Der Rigimarsch – ein Erfahrungsbericht

Seit 1975 wird der Rigmarsch, der Nachtmarsch von Bremgarten auf die Rigi, durchgeführt. Jährlich begeben sich vom Mittwochabend auf den Auffahrt-Donnerstag 2000 Wanderverrückte und Hobby-Sportler auf den 50 Kilometer langen Marsch. In diesem Jahr war ich eine davon. Meine Schwester begleitete mich. Ich mache gerne Ausdauersport, wie Joggen und Wandern und bin einigermassen gut trainiert. Darum dachte ich, dass es zwar hart wird, aber durchaus machbar.

50 Kilometer Nacht-Marsch
Karte Rigimarsch (Route 97.188 – powered by http://www.wandermap.net)
Die Startunterlagen erhielten wir nach rund 45 Minuten anstehen im Sunnenmark bei gefühlten 30 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 90%. Es wäre schön, wenn das Check-in effizienter über die Bühne gehen würde. Danach durften wir losmarschieren. Anfangs hatte es viele Personen auf der Route, so dass man auf den schmalen Pfaden fast anstehen musste. Nach rund 4 Kilometern lichteten sich die Reihen langsam aber sicher. Die Route ist wunderschön und solange es hell ist, sollte man die Umgebung in vollen Zügen geniessen.

Meine Schwester und ich kamen gut vorwärts. Rückblickend wahrscheinlich zu gut. Der erste Verpflegungsposten haben wir nicht gesehen. Also gingen wir ohne Pause weiter. Ein Fehler. In Sins machten wir einen kurzen Stopp. Wir waren nun ohne Pause 23.20 Kilometer unterwegs. Es ging mir noch einigermassen gut. Auf der Strecke nach Rotkreuz verschlechterte sich mein Zustand zusehends. In Rotkreuz (30.30 Kilometer von Bremgarten entfernt) setzte ich mich das erste Mal hin – auf der Bahnhof-Toilette… Gerne wäre ich gar nicht mehr aufgestanden. Meine Beine, Gelenke und Hüften schmerzten (mimimi 😉). Nichtsdestotrotz ging ich tapfer weiter.

Hier hätte man sitzen können
Zwischenstopp Rotkreuz
Die 9.35 Kilometer bis Immensee waren hart. Schade fand ich, dass man die Umgebung aufgrund der Dunkelheit nicht mehr wahrnehmen konnte. Ich glaube nämlich, dass wir an sehr schönen Orten durchmarschierten.

In Immensee machten wir einen längeren Stopp. Ganze 30 Minuten! Da ich aufgrund meiner Schmerzen nicht mehr so schnell gehen konnte, schickte ich meine Schwester in ihrem Tempo weiter. Ich begab mich dann alleine auf den Weg bis zur Seebodenalp. Die 3.75 Kilometer waren hart. Sehr hart. Als ich oben ankam, musste ich Forfait geben. Ich konnte kaum mehr einen Schritt gehen.

Mit dem Bus wurde ich zurück nach Immensee geführt. Der Weg zum Bahnhof hat mich nochmals gefordert…

Warten auf den Zug
Bahnhof Immensee
Meine Schwester hat übrigens den Aufstieg bis zum Rigi Kulm geschafft – BRAVO!

Sollte ich mich im nächsten Jahr wieder auf den Weg machen, werde ich folgendes berücksichtigen:

  • Von Anfang an im eigenen Tempo gehen 
  • Bei jedem Verpflegungsposten eine Pause à 15 bis 20 Minuten (mit sitzen!) einlegen
  • Kohlehydrat-Speicher am Abend vorher reichlich füllen 

Natürlich bin ich enttäuscht, habe ich das Ziel Rigi Kulm nicht geschafft. Aber die gemachten 41 Kilometer bis zur Seebodenalp sind auch nicht zu verachten.

Wer gerne seine Grenzen kennenlernen möchte, ist auf dem Rigimarsch am richtigen Ort.

Mehr zum Rigimarsch findest du auf: https://www.rigimarsch.ch/

3 Gedanken zu “Der Rigimarsch – ein Erfahrungsbericht

  1. ja schade hast Du den Posten im Schoren verpasst, einfach den brennenden Kerzen nachlaufen, eine genaues Kartenstudium gehört halt auch dazu. Habe den RM zum 2. Mal absolviert und guter Vorbereitung, 2 x 30 km Probemärsche und täglich Biketowork, erfolgreich absolviert und diesesmal erhlich genossen. Als verrückter möchte ich mich aber nicht bezeichnen. Bis am 8. Mai 2018 lg stefan

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