Ein Wochenende in Ascona und Locarno

Vom 20. Juli bis 23. Juli 2017 verbrachten mein Partner und ich ein verlängertes Wochenende im Tessin. Wir haben gute Musik gehört am Festival Moon & Stars und noch besser gegessen und getrunken. Aber alles schön der Reihe nach:

Wir checkten in der Albergo Carcani in Ascona ein. Dieses Hotel gehört zur Tschuggen Hotel Group, welche im Fünf-Sterne-Segment Hotels wie das Tschuggen Grand Hotel in Arosa, das Eden Roc in Ascona oder das Carlton in St. Moritz betreibt. Das Hotel Carcani ist das einzige Drei-Sterne-Hotel im Portfolio.

Hotel Carcani
Hotel Carcani in Ascona (das ehemalige Al Porto)

Das Hotel wurde renoviert und es wirkt alles sauber, fast schon steril. Das Zimmer war nicht sehr gross, aber für drei Nächte passte es. Der Einbauschrank hatte eine ausreichende Grösse für die Kleider. Die Aussicht vom kleinen Balkon war phänomenal.

Das Zimmermädchen machte durchs Band eine hervorragende Arbeit. Auch die Mitarbeitenden an der Rezeption waren freundlich und zuvorkommend. Der Service beim Frühstück liess allerdings zu wünschen übrig. Die Kellner waren unfreundlich, unaufmerksam, lächelten kaum und der Service war mehr als schleppend. Wir getrauten uns kaum einen zweiten Kaffee zu bestellen, insbesondere weil der erste gar nicht erst serviert wurde. 😉  Das Frühstücksbuffet ist zwar nicht allzu gross und üppig, aber man findet das Wichtigste in guter Qualität.

Die Albergo Carcani kann ich empfehlen und ich hoffe, die Geschäftsleitung führt das Servicepersonal in die richtige Richtung.

Vor dem Konzert von Züri West und Amy McDonalds anlässlich des Openairs Moon & Stars, assen wir im Ristorante Bottega del Vino, in unmittelbarer Nähe der Piazza Grande  in Locarno zu Abend.

Bewertung
Das Restaurant gehört dem Weinproduzenten Angelo Delea und hat dementsprechend eine umfangreiche Weinkarte mit einheimischen Weinspezialitäten. Das Lokal ist eine typische Bodega mit einer engen Bestuhlung und ist schlicht gehalten. Der Service war freundlich und zuvorkommend.

Zur Vorspeise bestellten wir Tintenfisch und einen grünen Salat. Der Tintenfisch war frisch und schön zart und der grüne Salat kam definitiv nicht aus dem Beutel. Zum Hauptgang wurden uns Linguine mit schwarzem Sommertrüffel serviert. Die Pasta war auf den Punkt gegart und die Sauce ein Traum. Es wurde auch nicht mit Trüffelöl geschmacklich nachgeholfen. Zum Dessert teilten wir uns eine Kugel Vanilleeis mit dem Tessin-typischen Nocino.

Alles in allem haben uns das Essen und der Service sehr gut gefallen, und  es war ein perfekter Auftakt zum Konzert auf der Piazza Grande.

Amy Mcdonald am Moon & Stars
Das fabelhafte Konzert von Amy Mcdonalds am Moon & Stars auf der Piazza Grande in Locarno

Am zweiten Abend wollten wir es wissen: Hat das mit 17 GaultMillau Punkte ausgezeichnete „La Brezza“ im Hotel Eden Roc seinen guten Ruf verdient?

Bewertung
Die Begrüssung war sehr freundlich und wir konnten zu Beginn des Abends draussen auf der Terrasse sitzen und den Apéro geniessen. Die Aussicht war phantastisch.

Aussicht von der Restaurantterrasse
Ein wundervoller Ausblick
Einstimmung auf das Abendessen
Mit diesen Apérohäppchen wurden wir auf das bevorstehende Essen eingestimmt.

Der Start war gelungen und wir freuten uns auf das Abendessen.

Nach umfangreichen originellen und geschmacklich interessanten Amuse Bouches bestand der erste Gang bestand aus  36 Monate gelagertem Acquerello Reis mit Basilikum und Garnelen aus Sizilien. Die Garnelen waren roh, aber dennoch ganz leicht warm. Genuss pur. Zum Hauptgang erhielt ich einen Saibling. Die Garstufe wurde perfekt getroffen.

Mein Partner bekam eine Gelbschwanz-Makrele zur Vorspeise und zum Hauptgang eine Seezunge. Letztere hatte die perfekte Garstufe verpasst und war ein wenig trocken.

Da ein heftiges Gewitter aufzog, mussten wir ins Restaurantinnere wechseln. Der Umzug ging ohne Schwierigkeiten vonstatten. Ich glaube, das war nicht das erste Mal, dass das Personal diese Übung meistern musste.

Das Dessert war dann der definitive Höhepunkt: Ein fluffiges Soufflé mit einem Sorbet aus grünem Apfel und einer Sauce aus grünem Tee. Die Kombination aus süss und sauer war grossartig. Auch das Dessert mit dunkler Schokolade ist ein Traum für alle Schokoladenfans.

Den Schluss rundeten süsse Häppchen zum feinen doppelten Espresso ab.

Das Essen, die Weinkarte und der Service waren tadellos und die Rechnung am Schluss erwartungsgemäss hoch. Wer gerne spezielle Geschmäcker und Kreationen ausprobiert, ist hier richtig. Wer lieber eine schnörkellose und geradlinige Küche bevorzugt, wird hier wahrscheinlich nicht sehr glücklich werden. Uns hat es jedenfalls gefallen, und ich kann das Restaurant wärmstens weiterempfehlen.

Der dritte Abend verbrachten wir im Ristorante Seven, dem ersten Restaurant von Ivo Adam. Mittlerweile betreibt Ivo Adam drei weitere Restaurants in Ascona und Lugano sowie ein Apparthotel.

Bewertung
Die Begrüssung war freundlich und zu Beginn sehr zuvorkommend. Als sich das Restaurant mehr und mehr füllte, war der Service teilweise überfordert und wir mussten längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die Karte ist vielfältig und es hat für jeden Geschmack etwas Passendes. Wir entschieden uns für die Vorspeisenplatte. Diese enthielt rohe Garnelen aus Sizilien, Tessiner Brotsalat, gegrillten Octopus und Roastbeef. Alles war sehr lecker, wenn auch der Octopus ein Mü zu stark gegrillt war.

Eine Variation von Vorspeisen
Die Vorspeiseplatte

Leider sind die Zweiertische klein und mit Wein,  Wasser und Brot darauf ist der Platz zu knapp.

Zur Hauptspeise erhielt ich Pappardelle mit Ragout von Tessiner Bratwürsten und Endivien. Die Sauce und das Fleisch waren perfekt im Geschmack abgestimmt und die Pappardelle wunderbar al dente. Die Endivie wird beim Erhitzen bitter. Diese Bitternote hat mir weniger zugesagt.

Pappardelle mit Ragout
Pappardelle al Ragù

Mein Partner bekam eine ganze Goldbrasse mit saisonalem Gemüse und Venere Reis. Den Fisch darf man selber filetieren und der kleine Tisch nervte uns einmal mehr. Die Goldbrasse war ein wenig zu lange im Ofen und daher trocken. Die Beilagen haben geschmeckt.

Dorade
Goldbrasse

Das Ristorante Seven kann ich weiterempfehlen. Es wird schnörkellos und geradlinig gekocht, das für mich nach dem Abendessen im „La Brezza“ willkommen war. Die Preise sind für Ascona in Ordnung. Der  Hammer ist aber die Weinkarte: Zu angemessenen Preisen findet man Raritäten in diversen Jahrgängen. Für Weinliebhaber ist ein Besuch im Ristorante Seven schon deshalb ein Muss!

Unser Aufenthalt im Tessin war wunderschön. Neben dem feinen Essen und dem Konzertbesuch, fuhren wir mit den alten italienischen Kursschiffen, besuchten die Madonna del Sasso und fuhren mit der Bahn auf den Hausberg von Locarno, die Cardada/Cimetta. Bilder dazu findest du auf meinem Instagram-Account.

 

 

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